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Die Honigtöchter – Eine Reise zwischen Bienen, Heimat und alten Geheimnissen

Manchmal findet man die schönsten Geschichten genau dort, wo man sie nicht erwartet. Die Honigtöchter von Cristina Caboni ist bereits vor einigen Jahren erschienen. Entdeckt habe ich das Buch in einer Büchertauschtelefonzelle und genau deshalb liebe ich solche Tauschformate so sehr. 🤎 Zwischen all den Büchern wartet manchmal genau die Geschichte, die man gerade braucht.


Schon nach wenigen Seiten war ich nicht mehr auf meinem Sofa, sondern auf Sardinien. Ich spürte den warmen Sommerwind auf der Haut, hörte das Rauschen des Meeres und sah die Hügel der Insel vor mir.


Worum geht es?

Angelica Senes arbeitet als Wanderimkerin. Freiheit bedeutet ihr alles. Mit ihren Bully reist sie durch die Welt und bietet ihre Hilfe an.

Doch dann stirbt ihre geliebte Patentante Margherita und hinterlässt ihr Haus, Land und ein Geheimnis. Angelica kehrt nach Abbadulche auf Sardinien zurück und muss sich nicht nur ihrer Vergangenheit stellen, sondern auch ihrer Jugendliebe begegnen. Gleichzeitig droht ein ehrgeiziges Tourismusprojekt das empfindliche Gleichgewicht der Insel zu zerstören.


Was mir besonders gefallen hat

Die Liebe zu den Bienen

Der eigentliche Star dieses Romans sind für mich die Bienen.

Cristina Caboni ist selbst Imkerin, und genau deshalb wirken alle Beschreibungen so authentisch. Die Arbeit mit den Bienenvölkern, die verschiedenen Honigsorten und die besondere Beziehung zwischen Mensch und Natur werden mit großer Wärme erzählt.

„Der Honig dringt bis in die Seele der Menschen … Er ist ein Konzentrat aus Wünschen und Gefühlen.“

Nach der Lektüre hatte ich tatsächlich Lust, verschiedene Honigsorten zu probieren und mehr über ihre Herkunft zu erfahren.


Sardinien als heimliche Hauptfigur

Die Landschaftsbeschreibungen sind schlicht wunderschön.

Man riecht die Macchia, hört das Meer und spürt die Sonne auf der Haut. Die Autorin schafft es, Sardinien so lebendig werden zu lassen, dass sofort Fernweh entsteht.


Frauen, Traditionen und Gemeinschaft

Besonders berührt hat mich die Tradition von Angelicas Tante, Frauen in schwierigen Lebenssituationen zu helfen.

Der Roman erzählt von Zusammenhalt statt Konkurrenz, von Gemeinschaft statt Egoismus und von Menschen, die Verantwortung für ihre Heimat übernehmen.

Dabei geht es nicht um romantisierten Patriotismus, sondern um die Frage:

Wie können wir Natur, Kultur und Traditionen bewahren, ohne die Zukunft aus den Augen zu verlieren?


Was mich weniger überzeugt hat

Die Liebesgeschichte hat mich nicht vollständig erreicht. Nach all den Jahren des Schweigens finden die beiden meiner Meinung nach zunächst etwas zu schnell wieder zueinander. Die Hindernisse wirken teilweise konstruiert, und manchmal war es etwas mühsam zuzusehen, wie beide offensichtlich zusammengehören und dennoch nicht zueinanderfinden. Trotzdem besitzt die Romanze eine Wärme, die das Herz berührt.


Besonders bewegend

Neben der Liebesgeschichte steht die schwierige Beziehung zwischen Angelica und ihrer Mutter im Mittelpunkt. Ein lange gehütetes Geheimnis hat über Jahre Abstand zwischen Mutter und Tochter geschaffen. Gerade diese Familiengeschichte verleiht dem Roman emotionale Tiefe.

„Glaubst du, dass Familie und Freundinnen nur dazu da sind, die schönen Dinge miteinander zu teilen?“

Mein Fazit

Die Honigtöchter ist ein Roman über Heimat, Natur, Frauenfreundschaften und die Kraft von Gemeinschaft.

Die Liebesgeschichte hätte für mich etwas mehr Zeit und Entwicklung vertragen, doch die atmosphärischen Beschreibungen, die Liebe zu den Bienen und das Gefühl von Sardinien machen diesen kleinen Kritikpunkt mehr als wett.

Wer sommerliche Romane mit starken Frauenfiguren, Familiengeheimnissen und viel Naturverbundenheit liebt, wird dieses Buch wahrscheinlich genauso genießen wie ich.







⭐⭐⭐⭐☆ 4 von 5 Honiggläsern


📖 Buchdetails

Titel: Die Honigtöchter

Autorin: Cristina Caboni

Originaltitel: La custode del miele e delle api

Erscheinungsjahr (DE): 2016

Seiten: 416

Genre: Frauenroman / Familiengeheimnis / Liebesroman

Altersempfehlung: ab ca. 14 Jahren und für Erwachsene Leserinnen und Leser geeignet.

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